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Nur dafür, dass man fern der
Heimat mal eben ein paar Daten von seinem heimischen PC benötigt, ist es
reine Energieverschwendung, den Privaten Rechner zu Hause ständig unter
Strom zu halten vom mulmigen Gefühl, einen potentiellen Brandherd zu
betreiben, mal ganz abgesehen. Deshalb möchte ich ihnen Folgenden eine
Möglichkeit aufzeigen, wie ein wald- und- wiesen PC, egal ob er mit
Modem, ISDN, DSl oder Satellit am Internet hängt, aus der Ferne
eingeschaltet und auch wieder heruntergefahren werden kann. Unsere im
folgenden vorgestellte Switchbox trennt den Rechner bei Nichtgebrauch
vollständig vom Netz, so dass Energieverbrauch und Unfallgefahr
minimiert werden, und sie funktioniert unabhängig von den Netzwerk-
Gegebenheiten. Die elegantesten Lösung, einen schlafenden Rechner zu
Hause aufzuwecken, wäre die Wake-On-Lan-Methode(1), für die aber etliche
Voraussetzungen erfüllt sein müssen: Man benötigt einen stets präsenten
DSL anschluß, Rechner und Netzwerkkarte müssen dafür tauglich sein, der
Router muss mit den magischen Paketen umgehen können, der Provider muss
solche Packete überhaupt zulassen und so weiter. Das alles trifft leider
nur selten zusammen.
Klingeling
Ein anderer Ansatz benutzt zum
Hochfahren den Ring-Indikator der seriellen Schnittstelle. Hierzu muss
der Rechner sowohl Schlafmodus als auch die Option Wake-One-Modem
beherrschen. Ältere Rechner haben damit oft Schwierigkeiten und wachen
nicht oder nicht richtig auf; neuere hingegen bieten die Option im
Bios-Setup oft garnicht mehr an, obwohl der Chipsatz das weiterhin
beherscht. Hinzu kommt, dass man eine Telefon-Leitung in der nähe des
Rechners braucht und möglichst auch eine dedizierte Nummer.
Üblicherweise ist also ISDN gefordert, welches angesichts von DSL VolP
und Homezone langsam, aber sicher zum Auslaufmodell gehört. Der Aufwand
ansonsten ist gering, wenn man nicht selber basteln möchte, reicht als Anruf-Erkenner ein altes Analog-Modem oder ein externer ISDN-Adapter,
welche nur zum Einschalten des Rechners gebraucht werden. Versierte
Festnetz-Bastler können auch zu einem Optokoppler greifen, der über
Vorwiederstand und zwei antiseriell geschaltete 22-V-Zenerdioden auf die
Klingel-Wechselspannung am a/b-Leiterpaar wartet und dann den
Power-On-Pin des Mainboards nach Masse zieht (siehe kleines Schaltbild).Nachteiel: Jeder Anrufer schaltet den PC ein, sofern
man nicht eine ISDN-MSN speziell für diesen Zweck opfert.
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| Simple Anruf-Erkennung:
Die Schaltung wertet die Ruf-Wechsel-Spannung am
a/b-Leiterpaar aus, etwa von einem ISDN-a/b-Adapter, so das
man Weck-Anrufe auf nur eine MSN begrenzen kann. |
Handy weckt PC
Meine Hardware-Lösung setzt ein
obsoletes Prepaid-Handy voraus, Vertrags-Handys sind dafür schlicht zu
teuer. Selbst abgelaufene Prepaid-Karten kann man ein halbes Jahr (
meist noch länger) nach Ablaufdatum kostenlos weiter benutzen, denn
Angerufen werden ist weiterhin möglich. Im Regelfall muss das Handy nur
Klingeln und den Anruf garnicht endgegennehmen, sodass auch keine
Gebühren anfallen. Und da das nun Stationäre Mobieltelefon sinnigerweise
laufend am Stromnetz hängt - das Netzteil verbraucht zum Glück nur recht
wenig - tut´s auch ein älteres Exemplar mit Defekten Akku, und die gibt
es ja zahlreich. Die älteren Handys bieten meist auch einen seriellen
Anschluss an den PC.
Natürlich sollte das Gerät einen separaten Netzteilanschluss besitzen.
Voraussetzung für den Betrieb unserer Switchbox ist, dass der Rechner
nach Anlegen der Netzspannung oder nach einem Stromausfall automatisch
startet, wozu im BIOS-Setup die Option "On AC Back", "AC Power Loss Restart"
oder Ähnliches einstellbar sein muss. Falls er trotzdem nicht Hochfährt,
kann man notfalls mit einem kleinen Spezial-Jumper (siehe Bild) als
Power-On-switch nachhelfen.
Ein Kondensator von 4,7 oder 10 uf hat sich hier führ bewährt.
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| Einschalthilfe:
Wenn das Bios kein "On AC Back" unterstützt,
Power-On-Stecker. |
Wie funktionierts ?
Das Handy kann man optional mit
seinem Datenkabel direkt mit einer seriellen Schnittstelle des PC
verbinden. Auf diese Weise können später, nach dem Hochfahren des
Rechners, auch Daten vom Handy an den PC (etwa per SMS) gesendet oder
Daten vom PC an das Handy zurückgeschickt werden. Die TXD- Leitung des Handys geht zusätzlich über einen 10k-
Widerstand (RX) an die Set-Leitung Flipflops ( Cd 4027),das zunächst
zurückgesetzt ist und somit 0 VOLT AN SEINEM Ausgang Pin 1 führt. Das
über den Transistor angesteuerte Relais ist also abgefallen und der PC
ist durch die geöffneten Arbeitskontagte stromlos, die rote LED ist aus
Wird das Handy nun angerufen, so giebt es an seiner TXD- Leitung eine
Pulsfolge aus, die das Flipflop setzt. Das Relais zieht an, die rote LED
Leuchtet und das Netzteil des PC bekommt 230 Volt geliefert. Die
Einstellung im Mainboard-Bios On Ac Back führt dann dazu, dass der PC
hochfährt. Über den 4,7-Ohm-widerstand (mit 11 Watt Belastbarkeit) fällt
nun eine geringe Spannung ab, die die Sendediode Optokopplers CNX35 über
470 Ohm (RX) halbwellenweise zum leuchten bringt. Der Fototransistor
wiederum hält den 220-uF-Kondesator C6 entladen, sodass das FlipFlop
nicht zurück gesetzt wird. Wird in diesem Zustand der PC
heruntergefahren, wird er auch automatisch wieder vom Netz getrennt, der
Fototransistor des Optokopplers sperrt und das FlipFlop wird
zurückgesetzt. Das Relais fällt ab und der PC ist wieder volkommen
stromlos, bereit für den nächsten Anruf. Damit man den Rechner auch
normal einschalten kann, ist der Taster vorgesehen. Natürlich braucht
die gesamte Schaltung auch ein bisschen Strom. Es reicht ein
steckernetzteil mit etwa 6V Gleichspannung. Diode D3 dient zum Schutz
des Optokopplers vor zu hohen Sperrspannungen. Über den
100-nF-Kondensator C1 wird beim Einstecken des Steckernetzteils (oder
beim Einschalten der 6V das Flip-Flop sicher zurückgesetzt. D2
verhindert, dass der Einschaltimpuls im 220 uF Kondensator C6 verpufft.
Der 4,7-Ohm -Widerstand R7 wird warm, man sollte also beim Einbau der
Schaltung in ein Gehäuse (Was allein schon wegen der 230 Volt geboten
ist) für ausreichende Belüftung sorgen. Verwendet man ein Metallgehäuse, so ist es absolute Pflicht (!), das
Gehäuse sicher fest mit der Schutzerde zu verbinden. Auch wenn alles
richtig geschaltet ist, so kann es sein, dass der PC nach dem Setzen des
ersten Flipflops kurz einschaltet, aber dann nach ein paar Sekunden
wieder ausschaltet. Es ist denkbar, dass der Optokoppler nicht richtig
durchschaltet, weil die stromaufnahme nach dem einschalten-Stromstoß zu
gering ist. Hier hilft die Erhöhung des 4,7 -Ohm-Widerstandes. Die
Dimensionierung zielt auf den Stromverbrauch eines normalen Desktops ab.
Bei Notebooks ist der Spannungsabfall am Vorwiderstand meist zu gering.
Will man auf diesen Unsicherheitsfaktor verzichten, lässt man
Optokoppler und vorwiderstand ganz weg und holt sich die Rückmeldung
dierekt aus dem Pcvon der 5-V-Leitung des PS/2-Ports, und setzt statt
des Optokooplers einen normale Transistor ein. Im Schaltbild ist dieser
umrandet und Optokoppler müssen dann natürlich weggelassen werden.
Zusatzfunktionen
Manchmal kann es sinnvoll sein
zu wissen, ob der Rechner über den Taster eingeschaltet wurde oder ob
ein Einschalten über das Handy stattgefunden hat. Hier kommt das zweite
Flipflop des 4027 (U1b) ins Spiel, dass nur dann gesetzt wird, wenn der
Taster bestätigt wurde. Es legt die Cts-Leitung der seriellen
PC-Schnittstelle auf High. Ist der Rechner hochgefahren, so kann eine im
Startmenü aktivierte Software die CTS-Leitung abfragen, man erfährt auf
diese weise also, dass der PC über den Taster eingeschaltet wurde. Wird
der PC wieder ausgeschaltet, werden beide Flipflops zurückgesetzt. Beim
Einschalten des PC über Handy wird hingegen nur U1a gesetzt, die
CTS-Leitung bleibt also auf Low. Der Zustand dieser Leitung lässt sich
über die vom Betriebssystem abhängigen Wege via COM-Schnittstelle
abfragen. Meine kleine Konsolen Applikation für Windows XP namens CTS.exe -n liefert den aktuellen Status der
Schnittstelle n als Errorcode 0 oder 1 und kann so über Errorlevel von Batchdateien abgefragt werden. Der Flipflop -Sensor R4 reagiert auf jeden
positiven Puls von 3V oder mehr. Statt der seriellen Schnittstelle kann
man daher auch andere Quellen wählen, etwa akustische, die das Klingeln
überwachen oder optische - der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
| Tool zum Einrichten von Programmen als Service,
gehört bei Windows XP zum Lieferumfang, nur für Windows 2000
nötig. SC.EXE
Jetzt
downloaden |
Ein- und Ausloggen
Wer ein aktuelles DSL-Modem samt
Router besitzt, kann darüber meist den vom Router angebotene
Dyn-DSN-Servise (via Dyn DSN. Org) ohne weitere Rechnerhilfe nutzen. Die
IP Nummer wird hier automatisch hinterlegt, so dass man von der Ferne
bequem über die Dyn-DNS-Umleitung auf den heimischen Rechner zugreifen
kann. Natürlich muss man die gewünschten Dienste (Remote Access, SSH
usw.)
bei der Firewall des Routers und der lokalen Fierwall (etwa von Windows
XP) freischalten. Das wars für DSL-Besitzer in der Regel schon. Andere
Nutzer müssen sich zuerst noch via DFÜ einloggen. Unter Windows XP oder
2000 könnte man den Rechner dazu ohne Passwort hochfahren (für die
Server-Versionen gibt es entsprechende Tweak-Tools) und dann die
gewünschte Software per Autostart ausführen, jedoch, schon vor dem
Login-Schirm die endsprechende Verbindungssoftware zu starten. Letzteres
ist ohne weiteres als Dienst möglich . Wie man das genau macht, finden
sie in (3) beschrieben. Der DFÜ-Aufruf lässt sich bequem mit Srcany (
Soft-Link) durchführen. Dem Programm Rasdial.exe übergibt man dazu die
DFÜ-Verbindung, Namen und Passwort. Auch AOL lässt sich so ab
Version 8.0 benutzen.
Die Dyn-DSN-Clients installieren sich ohnehin als Service (2), so dass
auch diese schon vor dem Einloggen zur Verfügung stehen. Schließlich
soll der Rechner nach Abschluss der Aktionen wieder herunterfahren . Am
einfachsten ist das unter Windows XP, wenn man via Remote Access oderb
SSH eine Verbindung hat. Mit shutdown -s in der Remote-Konsole fährt der
Rechner herunter . Mit shutdown -m Computer kann man auch direktvon dem
steuerndem Rechner den ferngesteuerten herunterfahren, so das man die
Rechte dazu hat. Weitere Optionen bietet ein Blick auf shutdown -?. Für
W2K gehört shutdown nicht zum Lieferumfang. Hierfür giebt es aber Tools
(Soft-Link) und falls der steuernde Rechner ebenfalls unter W2K läuft,
bietet das Menü des Computer Managements eine endsprechende Option. Wenn
dann der Rechner remote herunterfährt, merkt das die Schaltung über den
mitlauschenden Widerstand und schaltet ihn dann ganz ab. Näheres zur
Rechner-Fernsteurung erfahren sie in den Artikeln zum Tieteltehma dieses
Heftes. Bleibt noch anzumerken, dass mit der lebensgefährlichen
Netzspannung nicht zu spaßen ist. Deshalb sollten sie sich wircklich nur
erfahrene Bastler mit guten löt und Hardwarekenntnissen an den nachbau
machen, 230V VDE-gerecht verdrahtet.
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Schaltungsvorschlag |
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| Scahltungsvorschlag meiner
Switchbox. Transistor Q2 und Optokoppler U2 können
alternativ verwendet werden (siehe Text). Der Optokoppler
muss den VDE-Richtlinien bezüglich Isolation und
Kriechstrecken entsprechen; netzspannungsführende
Leiterbahnen sind von der restlichen Schaltung sauber zu
trennen. |
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